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Boyko Borisov: Mein Leben ist die Musik

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Boyko Borisov Theodorov kommt aus einer kleinen Stadt in Bulgarien und gehört seit vielen Jahren mit seinem Akkordeon zu den beliebtesten Straßenmusikern hier bei uns in Bremen. Die Musik ist sein Leben und das schon von klein auf. Mittlerweile spielt er mit seiner eigenen Band – die auch nach ihm benannt ist – und möchte mit der Musik viele Menschen verschiedenster Nationalitäten zusammenbringen.

Boykos Heimat Bulgarien und wie er nach Bremen kam 

#01 Mikrofestival Europa Zentral Liegnitzplatz. Foto: Aleksandra Weber

Da Boyko aus einer Musikerfamilie stammt, ist er schon als kleiner Junge mit Musik in Berührung gekommen. Mit zwölf Jahren bekam er sein erstes eigenes Akkordeon und schaffte es, sich später mit der Musik beruflich zu etablieren. So hat er in Bulgarien als Musiker gearbeitet, viele Musik– und Tanzgruppen begleitet und geleitet oder ist auf vielen Feiern und Festlichkeiten als Tanzmusiker aufgetreten. 

Nachdem es durch die demokratische Wende 1989 für ihn keine Arbeit mehr in Bulgarien gab, ist Boyko 1992 zum ersten Mal nach Bremen gekommen. Zu Anfang durfte er nur mit einem Touristenvisum bleiben und fing hier an, mit seinem Akkordeon auf der Straße zu spielen. Schon bald gehörte er zu den bekannten Gesichtern, die mit ihrer Musik nicht nur die Bremer Touristen begeisterten. Gewohnt hat er damals in Gröpelingen, noch bis heute ist er dem Stadtteil wie der ganzen Stadt Bremen über Auftritte und kulturelle Projekte verbunden. 2013 konnte ich sogar bei der Bremer Straßenoper „The Art of Making Money“ im Theater am Goetheplatz mitspielen. Regisseurin Lola Arias hatte mich in der Stadt gehört und gefragt, ob ich dabei sein möchte“, erzählt er mit Begeisterung an diese aufregende und bestätigende Projektarbeit. Es hat ihm in Bremen gefallen, also ist er bis heute hier geblieben.  

Boyko Borsov bei einem Liegnitzwalk  Foto: Andrea Lühmann 2019

 

Boykos Leben heute 

Mittlerweile spielt Boyko nicht mehr auf der Straße. Er arbeitet bei Söffge in Gröpelingen und hat in seiner Freizeit die Boyko Bend Bremen gegründet. Mit Begeisterung und viel Leidenschaft spielen er und seine Musikerkollegen oft auf Hochzeiten und vielen anderen Feiern. Auch in Gröpelingen spielt der Vollblutmusiker immer wieder mal mit, mal ohne Band und seiner Tanzgruppe auf Straßenfesten, wie dem Gröpelinger Sommer. Auch für private Feiern und Feste kann man die Boyko Bend buchen. „Ich möchte zeigen, was wir Bulgaren können. Allerdings fehlen uns oft Übungsräume. Hier wünschen wir uns einen dauerhaften Raum zum Proben und Üben auch für die Tanzgruppe“, sagt er. 

Mehr Vernetzung unter den verschiedenen Nationalitäten 

Boyko mag an dem Stadtteil Gröpelingen, dass viele andere Menschen aus Bulgarien und aller Welt dort leben. Allerdings findet er es schade, dass die verschiedenen Musik- und Tanzgruppen immer nur unter sich sind: „Ich wünsche mir, dass wir auch gemeinsam mit Anderen auftreten können und Veranstaltungen stattfinden, auf denen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten zusammenkommen und zusammen Freude an der Musik haben“, sagt er. So wie das Sprichwort „Musik kann Brücken schlagen“ sagt, könne man besser in Kontakt zueinander kommen und die vielen Vorurteile aus dem Weg räumen.  

Text und Interview: Aniela Schröder